Der Stoff, aus dem Bewegungen sind: 100 Jahre Maserati

Zum Jubiläumsmappenwerk des Künstlers Bernd Lehmann
Von Dr. Alexandra Hildebrandt

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 Mit seinem Mappenwerk „100 Jahre Maserati“ verleiht Bernd Lehmann dem Mythos Maserati eine überzeitliche Bedeutung und Dimension, die zugleich durch das Logo des 1914 in Bologna gegründeten Unternehmens  Societa Anonima Officine Alfieri Maserati ausgedrückt wird. Verweltlicht lebt die Götterwelt der Antike hier weiter und bändigt in der Liquid-Ära der Globalisierung Zeitströmungen, in denen vieles austauschbar geworden ist.
Das Unternehmen nahm am 14. Dezember 1914 seine Tätigkeit auf, geleitet von Alfieri Maserati und seinen Brüdern Ettore und Ernesto. Gemeinsam teilten sie ihre Begeisterung für Technik und Geschwindigkeit. Nach dem Tod Alfieris 1932 trat der vierte Bruder, Bindo, in das Unternehmen ein. Der fünfte Bruder, der Künstler Mario, hatte bereits 1926 das Markenlogo entworfen: Es war von Anfang an der Dreizack mit dem darunter liegenden Schriftzug Maserati. Mit dem Dreizack besänftigte Poseidon/Neptun die Meere, Wellen und Gewässer. Vor diesem Hintergrund ist er mehr als eine Idee, die im besten Wortsinn dem Neptun-Brunnen der Heimatstadt der Gründerfamilie Maserati „entsprang“.
Die Marke steht für Understatement und zeitlose Modernität, die auch von Peter Sellers, der Sängerin Sandy Shaw, Peter Ustinov, Alain Delon, Luciano Pavarotti,  Kirk Douglas, Glen Ford, Rock Hudson, David Niven und Alain Delon geschätzt wurde und die sie auf eigene Weise selbst  verkörperten. Ein Maserati wurde auch im US-amerikanischen Film „Ocean’s Thirteen“ und im französischen Film „Ziemlich beste Freunde“ zum unverwechselbaren Nebendarsteller.

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In den von der Historie inspirierten Kunstwerken von Bernd Lehmann erhält das Wesentliche – elegantes Design, Präzision, Handwerkskunst und Liebe zum Detail – einen besonderen Ausdruck, in dem sich zugleich die geistige Mobilität, das innerliche Bewegtsein des Künstlers spiegelt.
Seine unermessliche Kreativität der vergangenen Jahre ist zugleich der Motor seiner eigenen Entwicklung, die mit dem Erzählen von Geschichte(n) in Bildern  eng verbunden ist. Wenn er Romy Schneider und den Maserati aus dem Film “Ein Engel auf Erden” (1959) auf seine Weise interpretiert, entfernt er sich von reinen Produktdarstellungen und fügt eine emotionale Komponente hinzu, die dem Gesamtmotiv eine Seele verleiht. Denn ein Automobil wie der Maserati steht immer auch für das bessere und schnellere Selbst eines Menschen – nur dass ein äußerer Motor für die Vorwärtsbewegung sorgt, die wie hier gern vom Weg abkommt, um nicht auf der Strecke zu bleiben und sich die Pole-Position in den Märkten von morgen zu sichern.

Text: Dr. Alxeandra Hildebrandt